Auch bei nur einem kleinen Kellerfenster lässt sich ein Raum wirkungsvoll lüften, wenn Sie die Physik der Luft nutzen. Entscheidend ist der Austausch zwischen warmer, feuchter Innenluft und kühlerer, trockenerer Außenluft. Öffnen Sie das Fenster vollständig, nicht nur auf Kipp, denn eine Kippstellung erzeugt kaum Durchzug. Damit die verbrauchte Luft tatsächlich entweicht, brauchen Sie eine zweite Öffnung: Falls eine Kellertür ins Treppenhaus oder in einen anderen Raum führt, öffnen Sie diese ebenfalls, am besten gegenüberliegend. So entsteht ein Luftstrom, der die Feuchtigkeit nach draußen trägt. Stellen Sie zusätzlich einen Ventilator vor das Fenster, der die Luft nach außen bläst, oder einen zweiten, der von innen Frischluft zuführt. Dadurch verstärken Sie den Austausch erheblich, ohne dass Sie auf ein größeres Fenster angewiesen sind. Lüften Sie lieber kurz und kräftig für fünf bis zehn Minuten, als das Fenster stundenlang einen Spalt offen zu lassen, denn langes Kipplüften kühlt die Wände aus und begünstigt neue Kondensation. Um die feuchtigkeit kontrollieren zu können, messen Sie vor und nach dem Lüften mit einem Hygrometer.
Achten Sie unbedingt auf die Außenbedingungen, denn falsches Lüften kann den Keller feuchter machen statt trockener. Lüften Sie nur, wenn die Außenluft kühler und trockener ist als die Kellerluft, idealerweise an trockenen, kühlen Tagen ohne Nebel oder Regen. Im Sommer, wenn draußen warme, schwüle Luft herrscht, ist Lüften oft kontraproduktiv: Die warme Luft kühlt an den kalten Kellerwänden ab, und die Feuchtigkeit schlägt sich als Kondenswasser nieder. Prüfen Sie deshalb vor dem Öffnen die absolute Feuchtigkeit, also das Zusammenspiel von Temperatur und relativer Luftfeuchte. Ein Hygrometer hilft Ihnen, die feuchtigkeit kontrollieren, ohne dass Sie raten müssen. Steigt die relative Luftfeuchte im Raum nach dem Lüften über einen Wert von etwa sechzig Prozent, schließen Sie das Fenster wieder. Bei dauerhaft hoher Feuchtigkeit lohnt es sich, das Lüften auf die frühen Morgenstunden oder späte Abendstunden zu legen, wenn die Außenluft am trockensten ist. Vermeiden Sie es, während des Lüftens Wäsche im Keller zu trocknen oder Warmwasser laufen zu lassen, denn beides bringt zusätzliche Feuchtigkeit in die Luft.

Nach dem Lüften sollten Sie die Wirkung überprüfen und gegebenenfalls nachbessern. Warten Sie einige Minuten, damit sich die Luft im Raum vermischen kann, und lesen Sie dann erneut das Hygrometer ab. mehr dazu die Feuchte nicht, wiederholen Sie den Vorgang mit stärkerem Ventilatoreinsatz oder öffnen zusätzliche Türen im Kellerflur. Damit Sie langfristig die feuchtigkeit kontrollieren, ist es sinnvoll, zweimal täglich kurz zu lüften und die Werte schriftlich festzuhalten, so erkennen Sie Muster und passen Ihr Verhalten an. Tritt trotz regelmäßigen Lüftens immer wieder Kondenswasser auf, können bauliche Ursachen wie fehlende Außendämmung oder undichte Stellen die Ursache sein; in diesem Fall hilft nur eine fachliche Prüfung. Stellen Sie außerdem sicher, dass keine Möbel oder Kartons direkt vor dem Fenster stehen, damit die Luft ungehindert strömen kann. Ein kleiner Ventilator, der dauerhaft für leichte Luftbewegung sorgt, unterstützt die Trocknung zusätzlich. So halten Sie den Kellerraum auch mit einem einzigen kleinen Fenster zuverlässig trocken und beugen Schimmel sowie muffigem Geruch vor.